Baurecht: Beizubringende Unterlagen; eine Checkliste für Mandanten

Folgende Unterlagen sollten Sie zur Besprechung mitbringen bzw. folgende Hinweise sollten beachtet werden, damit sich unsere Zusammenarbeit einfacher gestaltet und Zeit eingespart werden kann:

1. Zeitstrahl
Ein zeitlich geordneter Zahlstrahl sollte stichwortartig gefertigt werden (wann fanden welche Vereinbarungen statt, wann geschah was, wer (Name und Anschrift) war dabei). Eine einigermaßen zeitnahe Anfertigung hat den Vorteil, dass die Erinnerung genauer ist.

2. Zusammenstellung
Unterlagen, die für die Beurteilung der Angelegenheit wesentlich sind, sollten zusammengestellt und mitgebracht werden. Bitte vermeiden Sie es Schriftstücke ungeordnet zu übergeben. Bitte kopieren Sie sämtliche relevanten Unterlagen; die Kopien sind für meine Akte gedacht, die Originale verbleiben bei Ihnen (wenn in der Kanzlei Kopien angefertigt werden sollen entstehen Ihnen hierdurch nur Kosten, die Sie sich so ersparen können).

Vor Übergabe sollten die Unterlagen gesichtet und (bspw. zeitlich) geordnet werden, so dass auf beiden Seiten Zeit eingespart werden kann.

Denken Sie bitte daran, dass Bilder oft mehr sagen als “1000 Worte”.

3. Namen- und Adressenliste
Namen, Adressen, Telefon- und Faxnummern der Vertragspartner oder evtl. Zeugen oder Sachverständigen sollten aufgelistet werden.

4. Info-Personen
Es kann sich ggf. (insb. bei komplizierten Sachverhalten) empfehlen, kompetente Personen – bspw. Architekten, unmittelbar mit der Sache befasste Mitarbeiter oder Ingenieure – zur Besprechung mitzubringen.

5. Ggf. Informationen über Ihre Firma und den Vertragspartner

 Name der Firma
 Geschäftsführer/Gesellschafter
 Anschrift
 Telefon-/Fax- und Handynummer
6. Unterlagen
Bsp: Werklohnforderung und Vergütungsforderung des Architekten

1) Vergütungsforderung des Bauunternehmers
 -Leistungsverzeichnis
 -Angebot
 -Vertragsbedingungen
 -ggf. zusätzliche technische Bedingungen
 -schriftlicher Bauvertrag bzw. das schriftliche Auftragsschreiben
 -nachträgliche Vereinbarungen (Zusatzvertrag/Änderungen)
 -Rechnungen (Abschlagszahlungsrechnungen; Schlussrechnung; Aufstellung der Zahlungen mit genauen Daten und Summen – z.B. wegen der Frage des Skontos), Mahnungen
 -Abnahmeprotokoll oder andere Protokolle betreffend Begehungen
 -Korrespondenz betreffend etwaiger Mängel und den etwaigen Verzug
 -Gutachten / gutachterliche Stellungnahmen
 -sonstige wichtige Korrespondenz
 -Mitteilung der noch offenen Forderung, die von der Gegenseite verlangt werden soll bzw. Mitteilung, welches Interesse Sie gegenüber der Gegenseite geltend machen wollen
 -Fotografien
2) Vergütungsforderungen des Architekten
 schriftliche Vollmacht, die ggf. mit Verpflichtungserklärung ausgestattet ist
 schriftlicher Architektenvertrag, ggf. das einseitige Angebot, falls der Vertrag nicht von beiden Parteien unterzeichnet wurde
 Abschlagszahlungsrechnungen und ggf. Schlussrechnung, Mahnungen
 Bauvoranfrage bzw. Baugesuch
 Korrespondenz betreffend das konkrete Problem
 Mitteilung der noch offenen Forderung, die von der Gegenseite verlangt werden soll bzw. Mitteilung, welches Interesse Sie gegenüber der Gegenseite geltend machen wollen
Bausächliche Streitigkeiten können vielfältig sein. Die zur Verfügung zu stellenden Unterlagen richten sich v.a. danach, was zwischen den Parteien streitig ist. Sollten bspw. „nur“ Baumängel streitig sein, sollten diese insb. nach ihrer Lage und Gestalt so beschrieben werden, dass auch ein Dritter sie finden kann. Im Zweifel fragen Sie mich ganz einfach danach welche Unterlagen Sie mitbringen sollen.

7. Gebührenhinweis
Ich möchte darauf hinweisen, dass die Beratungstätigkeit eines Rechtsanwalts naturgemäß „Geld“ kostet. Jede Beratungstätigkeit eines Rechtsanwaltes führt zu Gebühren gem. dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) bzw. zu Gebühren gem. Vergütungsvereinbarung. Es kann insb. auch ein Stundenhonorar vereinbart werden. Das Stundenhonorar kann die gesetzlichen Gebühren übersteigen!