{"id":76,"date":"2014-11-21T15:26:44","date_gmt":"2014-11-21T13:26:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/?p=76"},"modified":"2014-11-21T15:58:52","modified_gmt":"2014-11-21T13:58:52","slug":"bewertung-im-arbeitszeugnis-befriedigend-gut-oder-sehr-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/?p=76","title":{"rendered":"Bewertung im Arbeitszeugnis &#8211; &#8222;befriedigend&#8220;, &#8222;gut&#8220; oder &#8222;sehr gut&#8220;?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Achtung:<\/strong><br \/>\nLaut der neuesten Rechtsprechung muss der Arbeitnehmer selbst darlegen und beweisen, ob er eine \u00fcberdurchschnittliche Bewertung\u00a0(Note &#8222;gut&#8220; oder &#8222;sehr gut&#8220;) in seinem Arbeitszeugnis verdient.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><br \/>\nFrau X war in der Arztpraxis der Frau Y als Empfangsmitarbeiterin besch\u00e4ftigt. In ihrem Abschlusszeugnis befand sich die Formulierung &#8222;zu unserer vollen Zufriedenheit&#8220;, welches der Note &#8222;befriedigend&#8220;, also einer durchschnittlichen Leistung, entspricht.<br \/>\nFrau X hingegen war der Meinung, dass sie eine gute Arbeitsleistung erbracht und demnach die Formulierung &#8222;stets zu unserer vollen Zufriedenheit&#8220; verdient habe. Frau Y war damit nicht einverstanden, weil Frau X wegen einiger Fehlleistungen nur eine durchschnittliche Leistung erbracht h\u00e4tte. Zudem habe Frau X auch nicht dargelegt und bewiesen, dass sie ihre Arbeitsleistung \u00fcberdurchschnittlich erbracht hat. Die Darlegungs- und Beweislast w\u00fcrde in diesem Fall aber den Arbeitnehmer, also hier Frau X, treffen.<br \/>\n(Alle Namen sowie der Sachverhalt sind frei erfunden und lehnen an den Originaltatbestand nur an)<\/p>\n<p><strong>Die Entscheidung:<\/strong><br \/>\nDas Gericht wies die Klage ab, die Arbeitgeberin Frau Y bekam Recht.<br \/>\nBisher lautete die Rechtsprechung darauf, dass bei einer durchschnittlichen Arbeitsleistung ein Zeugnis mit guter Bewertung ausgestellt werden sollte, um die Chancen des Arbeitnehmers auf dem Arbeitsmarkt zu steigern.<br \/>\nDiese Meinung wurde jetzt revidiert. Das Bundesarbeitsgericht vertritt vielmehr die Ansicht, dass es nicht auf den Durchschnitt aller Arbeitszeugnisse ank\u00e4me: Zwar sind 90 % aller untersuchten Zeugnisse mit den Schlussnoten &#8222;gut&#8220; oder &#8222;sehr gut&#8220; ausgewiesen. Dies f\u00fchrt allerdings nicht dazu, dass der Zeugnisempf\u00e4nger nicht darlegen und beweisen muss, dass er tats\u00e4chlich \u00fcberdurchschnittliche Leistungen erbracht hat.<br \/>\nWenn der Arbeitnehmer also eine gute oder sehr gute Schlussnote fordert (&#8222;stets zu unserer vollen Zufriedenheit&#8220; oder &#8222;stets zu unserer vollsten Zufriedenheit&#8220;), dann hat er zu darlegen und beweisen, dass er eine derartige Leistung auch erbracht hat.<br \/>\nEntsprechen seine Leistungen dem Durchschnitt, dann hat er auch nur eine durchschnittliche Bewertung verdient (Note &#8222;befriedigend&#8220;, &#8222;zu unserer vollen Zufriedenheit&#8220;).<br \/>\nGem\u00e4\u00df \u00a7 109 Abs. 1 Satz 3 GewO soll es sich bei einem Zeugnis zudem um ein inhaltlich &#8222;wahres&#8220; Zeugnis handeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<em>Quintessenz:\u00a0<\/em>Sie haben als Arbeitnehmer keinen Anspruch auf ein gutes oder sehr gutes Arbeitszeugnis, wenn Sie diese Leistung nicht erbracht haben. Vielmehr soll das Arbeitszeugnis Ihre tats\u00e4chliche Leistung widerspiegeln. Sollten Sie &#8211; entgegen der Ansicht Ihres Arbeitgebers &#8211; der Meinung sein, dass Sie eine bessere Schlussnote verdient haben, dann m\u00fcssen Sie diese bessere Leistung Ihrem Arbeitgeber gegen\u00fcber darlegen und beweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach: Bundesarbeitsgericht, AZ: 9 AZR 584\/13<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Achtung: Laut der neuesten Rechtsprechung muss der Arbeitnehmer selbst darlegen und beweisen, ob er eine \u00fcberdurchschnittliche Bewertung\u00a0(Note &#8222;gut&#8220; oder &#8222;sehr gut&#8220;) in seinem Arbeitszeugnis verdient.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[],"class_list":["post-76","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitsrecht","category-arbeitszeugnis"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=76"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84,"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76\/revisions\/84"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=76"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=76"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=76"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}