{"id":124,"date":"2017-06-26T12:57:34","date_gmt":"2017-06-26T10:57:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/?p=124"},"modified":"2017-06-26T12:59:13","modified_gmt":"2017-06-26T10:59:13","slug":"bei-neubauten-keine-grenzueberschreitende-waermedaemmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.krebstekies.de\/blog\/?p=124","title":{"rendered":"Bei Neubauten: Keine grenz\u00fcberschreitende W\u00e4rmed\u00e4mmung"},"content":{"rendered":"<p>Wer sein Haus direkt an die Grundst\u00fccksgrenze baut, sollte von vornherein ausreichend Platz f\u00fcr die W\u00e4rmed\u00e4mmung einkalkulieren, denn die Pflicht der Nachbarn, eine grenz\u00fcberschreitende W\u00e4rmed\u00e4mmung zu dulden, gilt <strong>nicht<\/strong> f\u00fcr Neubauten.<\/p>\n<p>Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer m\u00fcssen es nicht nach \u00a7 16a Abs. 1 NachbG Berlin dulden, dass Nachbarn eine W\u00e4rmed\u00e4mmung anbauen, welche die Grundst\u00fccksgrenze \u00fcberschreitet, wenn der Nachbar damit erstmals die Anforderungen der bei der Errichtung des Geb\u00e4udes bereits geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV) erf\u00fcllt. So entschied der BGH am 02. Juni 2017 <strong>(Urt. v. 02.06.2017, Az. V ZR 196\/16).<\/strong><br \/>\nZu entscheiden war ein Berliner Fall. In K\u00f6penick stritten sich seit Jahren Nachbarn, weil die nachtr\u00e4glich angebrachte D\u00e4mmschicht an der Seitenwand eines Mehrfamilienhauses ein paar Zentimeter \u00fcber die Grundst\u00fccksgrenze ragt. Die Eigent\u00fcmergesellschaft will die Wand noch verputzen und streichen, der Nachbar akzeptierte aber keinen Millimeter mehr \u2013 zu Recht.<\/p>\n<p><strong>Bauherren m\u00fcssen die W\u00e4rmed\u00e4mmung aufs eigene Grundst\u00fcck bauen.<\/strong><br \/>\nNeubauten sind so zu planen, dass sich die W\u00e4rmed\u00e4mmung in den Grenzen des eigenen Grundst\u00fccks befindet &#8211; so der BGH.<br \/>\nNach \u00a7 16a Abs. 1 NachbG Berlin sind Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer verpflichtet, zugunsten des Klimaschutzes das D\u00e4mmen bestehender Nachbargeb\u00e4ude zu dulden. Der BGH betont aber den Zweck des Gesetzes: Der Gesetzgeber habe Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern nicht generell gestatten wollen, eine W\u00e4rmed\u00e4mmung grenz\u00fcberschreitend, also im Wege des \u00dcberbaus, anzubringen. Die nachbarliche Duldungspflicht sei nur f\u00fcr Bestandsbauten, also Altbauten eingef\u00fchrt worden, bei denen der Nachbar sich nachtr\u00e4glich weigere oder horrende Gegenforderungen stelle. Bei Neubauten hingegen k\u00f6nne man vorsorgen und den W\u00e4rmeschutzanforderungen durch eine entsprechende Planung Rechnung tragen.<br \/>\nIm zu entscheidenden Fall hatte der Bauherr diese Vorgaben nicht beachtet, obwohl die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2001 vom 16. November 2001 bei der Errichtung des Geb\u00e4udes in den Jahren 2004\/2005 bereits in Kraft war und das unged\u00e4mmte Mehrfamilienhaus unmittelbar an die Grenze zum Grundst\u00fcck des Beklagten gebaut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sein Haus direkt an die Grundst\u00fccksgrenze baut, sollte von vornherein ausreichend Platz f\u00fcr die W\u00e4rmed\u00e4mmung einkalkulieren, denn die Pflicht der Nachbarn, eine grenz\u00fcberschreitende W\u00e4rmed\u00e4mmung zu dulden, gilt nicht f\u00fcr Neubauten. 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